Manfred Weise

Journalist
Themen: IT, Telekommunikation, Technikgeschichte, Medien, Fussball.


Kommunikationsberater
Technikkommunikation. Schreiben von Fachtexten, Biographien und Abschlussarbeiten.


Mediensoziologe
Lehrbuch über die Darstellungsform Kurzmeldung. Aufsätze zur Theorie und Praxis von Fachtextsorten.


Fussballforscher
Untersuchungen über Zuschauer von Amateurfussballspielen, Freizeitfussballer und Freizeitfussball.


Laufende Projekte

Manfred Weise
8408 Winterthur
Tel. 052/222 53 88
wm@manfredweise.ch

Journalist

Nach Tätigkeiten bei verschiedenen Zeitungen (u.a. 12 Jahre als stellv. Chefredaktor und Ressortleiter bei einer Computer-Wochenzeitung) arbeite ich derzeit als freier Journalist. Meine Hauptgebiete sind Informationstechnik/Telekommunikation, Technikgeschichte, Medien und Fussball. Der Autor schreibt für Zeitungen wie Neue Zürcher Zeitung (NZZ), mehrere Schweizer Tageszeitungen und Computerzeitschrif-ten. Hier finden sich Beispiele zu den Themen Fussball und IT/Telekommunikation:

Zuletzt mehrere Artikel über Seniorenzeitschriften, Seniorenberichterstattung in der Schweiz: u.a. in der Neuen Zürcher Zeitung (10. November 2006), in der Novemberausgabe von Marketing+Kommunikation und im Schweizer Journalist.

Technikgeschichte-Artikel: Ein 1856 im Bodensee verlegtes Telegraphenkabel, in der Schwäbische Zeitung vom 1. April 2006.

Eine englische Übersetzung eines Artikels zum Thema Fussball-Roboter (zuerst erschienen in der Neuen Zürcher Zeitung vom 16. Juni 2006).

Freiwillige Klub-Linienrichter, in der Novemberausgabe 2005 von 11 Freunde.

IT-Hintergrundartikel: Das intelligente Heim, in der Neuen Zürcher Zeitung vom 5. August 2005.

Telekom-Fachartikel: Die Verkehrspolizei auf der Infobahn, in der Neue Zürcher Zeitung vom 10. Dezember 2004.

Der Autor ist ein Freund des Präzisionsjournalismus. Einige Bemerkungen zum Präzisionsjournalismus:

1973 propagierte der US-Journalistenausbildner Philip Meyer den sozialwissenschaftlich fundierten „Precision Journalism" - um der Oberflächlichkeit journalistischer Berichterstattung zu begegnen. (Das Buch von Meyer mit dem Titel "Application of Social Sciences Methods to the Practice of Journalism" ist zu finden unter http://www.unc.edu/~pmeyer/book/, es enthält eine Menge Kapitel über empirische Sozialforschung wie Statistische Analysemethoden, Umfragen, Datenanalyse, Feldexperimente, Wahlumfragen usw.) Der Präzisionsjournalismus bedient sich der Methoden, Validitätskriterien, Instrumente und Ergebnisse der empirischen Sozialforschung als Basis journalistischer Recherche - um etwa Hintergrundwissen und statistisches Material zu Themen wie Kriminalität und Armut oder sozialen Bewegungen und gesellschaftlichen Veränderungsprozessen zu erhalten, aber auch um Ergebnisse von empirischen Studien sauber darzustellen oder die Frage zu beantworten, wieviele Flugkapitäne wegen Alkohol am Steuer verurteilt worden. Dazu muss der Journalist Fragen und Probleme der Datenanalyse kennen, Studien und Statistiken lesen und interpretieren können. Er nutzt Datenbanken als Recherchemethode, weshalb das Konzept später manchmal unter der Bezeichnung Computer Assisted Reporting (CAR) neuen Auftrieb erhielt.

Wichtig sind die Ergebnisse des Präzisionsjournalismus: Solche empirisch gesättigten Fakten sollen Intuition, Spekulation, zufällige Beobachtung und Mittelschichten-Perspektive in der Wirklichkeitserforschung ersetzen. Kurzum: Strukturelle Aussagen statt Aussagen über Einzelfälle. Ergänzend bleibt zu sagen, dass der Journalist in aller Regel nicht selber Forschung betreibt, sondern vorhandene Daten recherchiert und nutzt. Vereinzelt kann er sogar in gewissem Sinne Forscher sein, indem er etwa Statistiken zusammenbringt und eigene Berechnungen anstellt, eigene Tabellen erstellt oder im Extremfall selber Umfragen entwickelt, durchführt und auswertet oder im streng wissenschaftlichen Sinne eine teilnehmende Beobachtung durchführt, um eine Geschichte zu schreiben.

Im deutschsprachigen Raum stösst das Konzept auf Skepsis. Zum einen komme es der Selbstaufgabe des Journalisten gleich, zum anderen seien sozialwissenschaftliche Untersuchungen wohl für Journalisten fruchtbar, doch könnten Zahlen und deren Interpretation zu Irrtümern und Blindheit führen. Eine Kritik, die nicht ganz nachvollziehbar ist (Selbstaufgabe des Journalisten?). Zahlen und deren Interpretation können, müssen aber nicht zu Irrtümern und Blindheit führen. Nicht von der Hand zu weisen, ist jedoch die Kritik, dass es einem durchschnittlichen Journalisten am nötigen Know-how mangelt, weiss er doch wenig oder gar nichts über sozialwissenschaftliche Forschungsmethoden.

Persönliche Erfahrungen

Als Journalist und Sozialwissenschaftler habe ich in letzter Zeit mehrere Artikel auf der Basis statistischer und empirischer Daten geschrieben (es ging nicht darum, kleine Recherchelücken zu füllen oder einem Artikel ein paar Kennzahlen zu verpassen) – so etwa Beiträge über die Welt der Senioren (Altersverteilung, Einkommen, Sport, Gesundheit, Krankheit usw.) und die Welt der Hauseigentümer (wieviel Prozent der Bevölkerung, internationaler Vergleich, politisches Verhalten der Eigentümer usw.). Der Aufwand für beide Hintergrundartikel betrug - als Kampf durch unzählige Statistiken - eine gute Woche, für Honorare, die den Aufwand nicht deckten. Davon kann kein freier Journalist leben. In zwei weiteren Beiträgen wurden probehalber eigene Forschungen betrieben: Zum einen in einer Geschichte über den Zuschauerrückgang im deutschen Amateurfussball in den letzten 50 Jahren (u. a. mussten Durchschnittszahlen von Spielbesuchen einzelner und verschiedener Ligen von früher und heute - angefangen von der Oberliga bis zur Kreisklasse - berechnet und auf Deutschland hoch gerechnet werden, vor allem das Auffinden alter Statistiken war sehr mühsam), zum anderen wurde eine eigene Umfrage unter 80 Besuchern eines Amateurfussballspiels durchgeführt, um herauszufinden, aus welchen Gründen sich Zuschauer ein Amateurspiel anschauen. Für beide Artikel hat der Autor von den Ausgangsüberlegungen über Recherche, eigene Berechnungen (vorhandene Statistiken sind noch lange kein Artikel), Schreiben, Überarbeiten, Korrigieren usw. zwei und drei Wochen gebraucht. Aufwand und Ertrag standen hier in keinem Verhältnis zueinander. Die (später durchgeführte) wissenschaftliche Auswertung der Zuschauerumfrage samt Literaturstudium und Interpretation dauerte übrigens über drei Monate.

Ergänzung

Manchmal wird der Begriff Präzisionsjournalismus auch mit zeitungseigenen Umfragen verbunden:

"Media academician Meyer in 1973, for the first time, formally introduced sample surveys as a tool of journalism. He wrote a book titled Application of Social Sciences Methods to the Practice of Journalism. On the recommendation of a professor of journalism, Everet Darnis, Meyer changed his mind and called these methods "precision journalism". Through the years the use of social science techniques for the collection of news has been given a number of names, including new journalism, computer assisted journalism, scientific journalism and qualitative journalism. But there seems to be a general agreement between media academicians and media practitioners that "precision journalism" is a term that describes more adequately the process of random sample surveys for news collection. In India in recent years, "precision journalism" has also been called "Non-VIP Reporting". The assumption in this nomenclature is that most of the news originates from the people who have a status higher than that of a common man. Precision journalism basically deals with how masses perceive various issues and how they either plan to behave or actually behave. With a new name and a distinct identity, precision journalism got established in 1970 rather strongly. According to a study by Rippey in the USA only one-third of the daily newspapers were not doing opinion polls. In India also daily newspapers either sponsor their own opinion polls or the opinion polls conducted by professional agencies are reported by them. Some of the newspapers and current affairs magazines regularly conduct surveys and report them prominently." (aus: B. Kuthiala, "Pre-Poll Surveys: Methodology is the culprit", in: The Tribune Saturday Plus 28. August 1999, http://www.tribuneindia.com/1999/99aug28/saturday/head2.htm)

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